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Jetzt ist es (fast) amtlich : Intel hat seine Marktfuehrerschaft missbraucht - und das nicht nur zum Schaden der Endverbraucher.
Die EU-Kommission unter Leitung von Wettbewerbshueterin Neelie Kroes ist nun nach jahrelangen Ermittlungen zu dem Ergebnis gekommen, dass Intel durch seine rechtswidrige Geschaeftspolitik mit unzulaessigen Rabatten und direkten Zahlungen an Hersteller und Haendler nicht nur besonders schwer und lang anhaltend gegen das EU-Kartellrecht verstossen hat, sondern auch gezielt Mitbewerbern den Zugang zum Computerchipmarkt verwehrt und Konkurrenten vom Markt verdraengt hat.
Eine besonders massive Schaedigung durch Intel hat die EU-Kommission hier beim Erzrivalen AMD festgestellt.
Die EU-Wettbewerbshueter haben deshalb angeordnet, dass Intel diese Geschaeftspraktiken umgehend einstellen muss.
Dies erklaert zum Teil, wieso ca. 80% aller Rechner weltweit mit Prozessoren von Intel ausgestattet sind.
AMD hat dieses Urteil mit Freude zur Kenntnis genommen. Schon unter dem alten CEO Hector Ruiz hatte AMD mehrfach Klagen bei der EU-Wettbewerbsbehoerde eingereicht und Beweise vorgebracht, die die ‘unlauteren’ oder zumindest wettbewerbsrechtlich sehr ‘bedenklichen’ Geschaeftspraktiken von Intel belegen.
Der derzeitige President AMD-EMEA, Giuliano Meroni, sagte dazu:
“Die EU-Kommission hat heute festgestellt, dass Intel seine Marktmacht grob missbraucht. Mit dieser Entscheidung wird der Monopolist in seine Schranken gewiesen. Nun kann die Marktmacht dahingehen, wo sie eigentlich hingehoert – zu den Computer-Herstellern, den Computerhaendlern und vor allem den Kaeufern von PC’s.”
Der durch die Uebernahme von ATi angeschlagene Konzern hofft nun, Intel weitere Marktanteile abnehmen zu koennen.
Die Freude von AMD ist nicht unberechtigt – hatte doch Intel durch ein kompliziertes System von Anreizen und Preisnachlaessen dafuer gesorgt, dass bei den verschiedenen PC-Herstellern die Einfuehrung von AMD-basierten Rechern verschoben oder gar storniert wurde. Intel soll unter anderem auch prozentuale Vorgaben gemacht haben, bis zu welchen Grad Rechner mit Intel- oder AMD-CPU ausgestattet sein durften. Beim Beispiel des Herstellers NEC lag die Quote bei 20% fuer AMD-basierte Systeme, wogegen bei Lenovo erst gar keine AMD-Rechner verbaut werden ‘durften’.
Laut dem Bericht der EU-Kommission knebelte Intel die Hersteller so sehr, dass es in einem konkreten Fall ein PC-Hersteller sogar ausschlug, 1 Million AMD-CPU’s kostenlos zu bekommen.
Ein weiterer Fall ist die Tatsache, dass es in ganz Europa in saemtlichen Filialen der Media-Saturn-Holding mit den beiden Handelsketten ‘MediaMarkt’ und ‘Saturn’ schon seit Jahren nur noch Rechner mit Intel-CPU zu kaufen gibt. Zufall ? Wohl eher kaum. Es ist wohl kaum wahrscheinlich, dass es keine Konsumenten gibt, die sich nicht auch einen Computer mit AMD-Chip zulegen wuerden. Gerade bei grafikintensiven Spielen waren in der Vergangenheit und sind heute auch meist AMD-basierte Rechner die bessere Wahl.
Intel hat indes angekuendigt, in Berufung gehen zu wollen. In einer Stellungnahme sagte Intel’s CEO Paul Otellini :
“Intel hat starke Einwaende gegen diese Entscheidung. Wir sind der Meinung, dass diese Entscheidung nicht richtig ist und dass die Besonderheiten eines hoch wettbewerbsintensiven Marktes ausser Acht gelassen wurden. DIeser Markt bringt staendig Neuheiten hervor, die Produkte verbessern sich fortwaehrend und das bei gleichzeitig sinkenden Preisen. Der Endverbraucher hat absolute keinen Schaden erlitten. Intel wird Berufung einlegen.”
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